Bauhaus-Museum Weimar
- Ferienhaus Feuerzauber

- 22. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und revolutionierte Kunst, Architektur und Design weltweit. Die Schule verband Handwerk und Kunst zu einer neuen Gestaltungsphilosophie.
Als neue Vorgaben galten:
Form folgt Funktion: Gestaltung sollte sich aus dem Zweck ergeben, nicht aus Dekoration. Schlichte, funktionale Formen statt Ornamente.
Einheit von Kunst und Handwerk: Das Bauhaus hob die Trennung zwischen "hoher Kunst" und "niedrigem Handwerk" auf. Künstler sollten auch Handwerker sein.
Industrielle Fertigung: Designs sollten für die maschinelle Massenproduktion geeignet sein, um gutes Design für alle Menschen erschwinglich zu machen - nicht nur für Reiche.
Neue Materialien: Konsequente Nutzung moderner Materialien wie Stahl, Glas und Beton statt traditioneller Baustoffe.
Gesamtkunstwerk: Vom Gebäude über Möbel bis zur Tapete sollte alles aus einem Guss gestaltet sein.
Das Bauhaus war eine Art Kunsthochschule, die verschiedene Werkstätten mit künstlerischem Unterricht verband. Dazu gehörten die Tischlerei, Weberei, Metallwerkstatt und Töpferei. Man konnte hier studieren, aber es war spezialisiert auf Kunst, Handwerk, Architektur und Design. Künstler wie Wassily Kandinsky, Paul Klee und Lyonel Feininger lehrten in Weimar.
Das heutige Bauhaus-Museum am Theaterplatz zeigt die weltweit älteste Bauhaus-Sammlung mit Möbeln, Keramik, Grafiken und Architekturmodellen. Das ehemalige Hauptgebäude der Kunstschule und die Kunstgewerbeschule von Henry van de Velde gehören zum UNESCO-Welterbe.
Haus am Horn in Weimar. (Foto: Nightflyer)
Zu den bedeutendsten Bauhaus-Bauten in Weimar zählen das Haus Am Horn, das 1923 als Musterhaus für modernes Wohnen entstand, und Georg Muches experimentelles Wohnhaus.
Die Bauhaus-Universität Weimar führt heute das Erbe fort. Sie ist aus der historischen Kunsthochschule hervorgegangen und zählt zu den renommiertesten Architektur- und Design-Universitäten Deutschlands. 1860 als Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule gegründet, begann 1919 die Periode die entscheidend von Walter Gropius geprägt wurde. Allerdings galt das Bauhaus schnell als zu links, zu international und zu modern für das konservative Thüringen, besonders nach den Wahlen 1924, als die neue Landesregierung die finanziellen Mittel kürzte. Daraufhin zog das Bauhaus 1925 nach Dessau um, wo es liberalere politische Bedingungen fand. Mit Machtergreifung der Nazis 1933 schloss das Bauhaus, und Walter Gropius emigrierte nach England und später in die USA.
Das heutige Weimar verweist stolz auf seinen Status als Gründungsort und betont seine Verbundenheit mit dieser einflussreichen Bewegung. Auf einem Bauhaus-Spaziergang durch die Stadt kann man die historischen Wirkungsstätten entdecken.
Anfahrt mit der Bahn: etwa 90 min ab Zella-Mehlis Hbf.
Anfahrt mit dem Auto: 1 Std./78 km




