Bauhaus-Museum Weimar
- Ferienhaus Feuerzauber

- 22. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Juli
Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und revolutionierte Kunst, Architektur und Design weltweit. Die Schule verband Handwerk und Kunst zu einer neuen Gestaltungsphilosophie.
Als neue Vorgaben galten:
Form folgt Funktion: Gestaltung sollte sich aus dem Zweck ergeben, nicht aus Dekoration. Schlichte, funktionale Formen statt Ornamente.
Einheit von Kunst und Handwerk: Das Bauhaus hob die Trennung zwischen "hoher Kunst" und "niedrigem Handwerk" auf. Künstler sollten auch Handwerker sein.
Industrielle Fertigung: Designs sollten für die maschinelle Massenproduktion geeignet sein, um gutes Design für alle Menschen erschwinglich zu machen - nicht nur für Reiche.
Neue Materialien: Konsequente Nutzung moderner Materialien wie Stahl, Glas und Beton statt traditioneller Baustoffe.
Gesamtkunstwerk: Vom Gebäude über Möbel bis zur Tapete sollte alles aus einem Guss gestaltet sein.

In Werkstätten wie der Tischlerei, Weberei, Metallwerkstatt und Töpferei arbeiteten die Studierenden praktisch, während Künstler wie Wassily Kandinsky, Paul Klee und Lyonel Feininger den Unterricht prägten. Bis zum Umzug nach Dessau 1925 war Weimar das Zentrum dieser Bewegung.
Das 2019 eröffnete Bauhaus-Museum am Stéphane-Hessel-Platz zeigt die weltweit älteste Bauhaus-Sammlung mit Möbeln, Keramik, Grafiken und Architekturmodellen. Zum UNESCO-Welterbe gehören außerdem das ehemalige Hauptgebäude der Kunstschule und die Kunstgewerbeschule – beide von Henry van de Velde entworfen – sowie das Haus Am Horn. Das 1923 nach einem Entwurf von Georg Muche errichtete Versuchshaus ist der einzige in Weimar realisierte Bauhaus-Bau und diente als Musterhaus für modernes Wohnen.
Die Bauhaus-Universität Weimar führt heute das Erbe fort. Sie ist aus der historischen Kunsthochschule hervorgegangen und zählt zu den renommiertesten Architektur- und Design-Universitäten Deutschlands. 1860 als Großherzoglich-Sächsische Kunstschule gegründet, erlebte die Einrichtung ab 1919 ihre von Walter Gropius geprägte Bauhaus-Periode. Allerdings galt das Bauhaus schnell als zu links, zu international und zu modern für das konservative Thüringen — besonders nach den Landtagswahlen 1924, als die neue Regierung die finanziellen Mittel kürzte. 1925 zog das Bauhaus daraufhin nach Dessau um, wo es liberalere politische Bedingungen fand, später nach Berlin. 1933 löste es sich unter dem Druck der Nationalsozialisten auf; Walter Gropius emigrierte nach England und später in die USA.
Das heutige Weimar verweist stolz auf seinen Status als Gründungsort und betont seine Verbundenheit mit dieser einflussreichen Bewegung. Auf einem Bauhaus-Spaziergang durch die Stadt kann man die historischen Wirkungsstätten entdecken.
Anfahrt mit der Bahn: etwa 90 min ab Zella-Mehlis Hbf.
Anfahrt mit dem Auto: 1 Std./78 km



