Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden

Aktualisiert: 10. Juli
Hoch über den Fachwerkgassen von Schmalkalden thront, nur etwa 400 Meter vom Altmarkt entfernt, Schloss Wilhelmsburg. Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel ließ das Schloss zwischen 1585 und 1590 als Nebenresidenz errichten, und weil es später in einen jahrhundertelangen Dornröschenschlaf fiel, blieb es von Umbauten weitgehend verschont: Ein Renaissance-Juwel, fast im Originalzustand.
Heute beherbergt das Schloss ein Museum mit mehreren Ausstellungen – und eine Schlosskirche, in der regelmäßig Konzerte veranstaltet werden.
Der Schmalkaldische Bund – Die Dauerausstellung erzählt, warum ganz Europa im 16. Jahrhundert auf das kleine Schmalkalden blickte: Hier schlossen sich protestantische Fürsten und Städte gegen den Kaiser zusammen. Ein begehbares Stadtmodell und interaktive Stationen machen die Reformationsgeschichte lebendig. Als Videoguide führt Herzogin Elisabeth von Rochlitz, das einzige weibliche Mitglied des Bundes, durch die Ausstellung.
Die Schlosskirche – In diesem lichtdurchfluteten Kirchenraum wurden Altar, Kanzel und Orgel erstmals in einer vertikalen Achse übereinander angeordnet – eine Neuerung, die zum Vorbild für den protestantischen Kirchenbau wurde. Die Renaissance-Orgel mit ihren 252 Holzpfeifen (erbaut 1587–1589, erstmals gespielt zur Schlossweihe 1590) ist eine der ältesten noch bespielbaren Orgeln Europas und erklingt bis heute regelmäßig bei Konzerten.
Der Weiße Saal – Ein Festsaal, der seinem Namen alle Ehre macht: reiche Stuckdecke, aufwendige Wandmalereien, Renaissance-Pracht vom Feinsten.
Die Herrenküche – Rund um den imposanten gemauerten Herd mit zentralem Kamin wurde einst der gesamte Hof versorgt. Wer hier steht, kann sich das Brutzeln und Klappern von damals lebhaft vorstellen.
Die Hofstube – Hier findet man historische Öfen von der Renaissance bis zum Jugendstil.
Die Iwein-Malereien – Im Schloss ist eine originalgetreue Kopie des Gewölbes aus dem Schmalkalder Hessenhof zu sehen: Die Wandmalereien zum Ritterepos "Iwein" aus dem frühen 13. Jahrhundert zählen zu den ältesten profanen Wandbildern im deutschsprachigen Raum.
Der Terrassengarten – Nach historischem Vorbild wiederhergestellt, belohnt der Garten mit einem Panoramablick über die Altstadt von Schmalkalden und die Höhen des Thüringer Waldes.
Besucher der Stadt kombinieren auch gern ihren Schlossbesuch mit einem Abstecher zur Viba Nougat-Welt.
Anfahrt - Auto: 24 km/32 min
Anfahrt - Bus/Bahn: Stündliche Verbindungen/25 min Bahn/Bus und 1,1 km zu Fuß durch die Stadt vom Bahnhof Schmalkalden




